Die Eckbank am Küchenfenster ist der Platz, an dem diese Wohnung anfängt. Dahinter geht die Tür auf den Balkon, und wenn sie im Sommer offen steht, verlängert sich der Esstisch nach draußen. Die Wohnung liegt im zweiten Stock eines Hauses von 1992 in der Feldgasse in Ebbs und hat dreieinhalb Zimmer auf einer Ebene.
Wer hier einzieht, wohnt in einem Tiroler Landhaus, nur eben im Geschosswohnbau: Holzdecken in den Räumen, eine Küche aus Massivholz, Zimmertüren im selben Stil, und im Wohnzimmer ein Kachelofen, der nicht Dekoration ist, sondern geheizt wird. Das ist kein Ausbau von der Stange, und man erkennt es an jedem Türblatt.
Die Aufteilung ist das Zweite, was auffällt. Von einem langen Gang gehen alle Räume einzeln ab — Wohnen und Essen am einen Ende, die beiden Schlafzimmer am anderen, dazwischen Bad, WC und ein Abstellraum, der den Namen verdient. Niemand geht durch ein fremdes Zimmer, niemand hört den Fernseher, und eines der beiden Schlafzimmer lässt sich ohne Umbau zum Arbeitszimmer machen.
Das Jahr hat in dieser Wohnung zwei Seiten. Im Sommer der Balkon nach Südwesten, wo nachmittags und abends die Sonne steht; im Winter der Kachelofen. Und am Morgen der zweite Balkon im Nordosten, von dem aus der Zahme Kaiser dasteht, als gehöre er zur Wohnung.
Geheizt wird über Fernwärme; einen Aufzug hat es nicht, in den zweiten Stock geht es zu Fuß. Dafür ist der Keller kein Abteil, sondern ein Raum — Fahrräder, Winterreifen und Gartenmöbel stehen darin nebeneinander statt übereinander. Ein Tiefgaragenstellplatz gehört dazu.