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Im herbstlichen Farbenrausch: Heidelandschaften im Garten

Wenn sich der Sommer dem Ende zuneigt und die ersten morgendlichen Herbstnebel aufziehen, wird es im Garten noch einmal so richtig bunt: die Heide blüht!

Millionen kleiner Blüten leuchten in den schönsten Rot- und Violetttönen und lassen die Herbstsonne noch intensiver und satter erscheinen. Durch geschickte Auswahl und Kombination von Heide- und Begleitpflanzen lässt sich sogar eine Heidelandschaft im eigenen Garten anlegen.

Hauptsache natürlich

Die Pflanzen lieben sandigen und nährstoffarmen, durch Rindenhumus und Torf "angesäuerten" Boden und einen Platz an der Sonne. Wie in der Lüneburger Heide versorgen sich die Pflanzen ganz von selbst, nur bei anhaltender Hitze sollte gewässert werden. Wer einen größeren Heidegarten plant, kann in Anlehnung an die Natur Hügel oder Kies- und Sandwege anlegen sowie Baumwurzeln, Findlinge und Natursteinplatten als Gestaltungselemente integrieren. Letztere können auch in einem kleinen Garten einen attraktiven Blickfang darstellen.

Leuchtkraft

Die am weitesten verbreitete Art in natürlichen Heidelandschaften ist die winterharte Besenheide, Calluna vulgaris. Sie wird bis zu zwanzig Jahre alt und zwischen dreißig und fünfzig Zentimeter hoch. Die Besenheide ist ein verholzender, immergrüner Strauch, der je nach Sorte aufrecht oder als kriechende Pflanze flach über dem Boden wächst. Sie blüht sortenabhängig von Juni bis Dezember in den verschiedensten Farbtönen: weiß, rot, violett-rot oder rosafarben, mit einfachen oder gefüllten Blüten. Neben Sorten mit hell- bis dunkelgrünem Laub gibt es solche wie "Silver Knight" oder "Gold Haze" mit silbrigem oder gelbem Laub oder auch Sorten wie "Spring Torch" und "Spring Cream", die im Frühjahr farbig austreiben.

Eine weitere Besonderheit bei Calluna vulgaris sind Sorten mit winterfärbendem Laub: Nach dem ersten Frost färbt sich das Laub von Grüngelb bis zu Orange oder sogar Blutrot – ein wahrer Hingucker in der ansonsten grau werdenden Landschaft. Die alten Blütenstände der Calluna sollten einmal jährlich zurückgeschnitten werden. Wird das Schneiden versäumt, werden die Pflanzen zu "langbeinig" und entwickeln weniger Blüten. Der richtige Zeitpunkt zum Stutzen ist nach der Blüte, teilweise wird jedoch auch ein Rückschnitt im zeitigen Frühjahr, kurz vor dem Austrieb, empfohlen.

Wenn die Knospen blühen

Die seit einigen Jahren im Handel erhältlichen Knospenblüher erweitern das bisherige Callunensortiment durch ihre späte und lange Blüte. Durch gezielte Züchtung sind seit den 80er Jahren Sorten mit leuchtenden Knospenfarben in Weiß, Rosa und Rot entstanden; manche der Pflanzen haben sogar gelbes oder orangefarbenes Laub. Die Besonderheit der Knospenblüher liegt darin, dass sich die Blütenknospen nicht öffnen und daher auch nicht verblühen können. Sie bleiben im Knospenstadium stehen. Die farbigen Kelchblätter sind sehr widerstandsfähig: Sie trotzen Regen, Herbstnebel und Minusgraden von bis zu -10° C bis tief in den Winter.

Begleitservice

Klassische Begleitpflanzen von Heidegewächsen sind der Säulenwacholder, klein bleibende Kiefern sowie Fichten, Birken, Rhododendron und Ginster. Auch einige Stauden und Gräser wie Blaugras (Sesleria) oder Pfeifengras (Molinia) sind gute Partner für Callunen im Heidegartenbeet. Herbstastern, Strauchveronika (Hebe) oder Kreuzkraut (Senecio) eignen sich zum Beispiel genauso gut wie Scheinbeere (Gaultheria), Preiselbeere (Vaccinium), Thymian, Schafgarbe (Achillea), Königskerze (Verbascum) oder Skimmie.

Auch Sträucher mit farbiger Rinde wie zum Beispiel Cornus alba ’Sibirica’ sind eine gelungene farbliche Ergänzung. Wer vorausschauend denkt, plant Blumenzwiebeln für das Frühjahr mit ein: (Wild)Tulpen, Schneeglöckchen, Narzissen und Krokusse bringen zu Beginn der wärmeren Jahreszeit zusätzlich Farbe ins Heidegartenbeet.

Ganzjährig attraktiv

Mit verschiedenen Heidearten kann man eine abwechslungsreiche Heidelandschaft kreieren, in der fast das ganze Jahr über etwas blüht. Vom Sommer bis in den Herbst blühen neben Callunen auch Erica tetralix (Glockenheide), Erica vagans (Cornwall Heide) sowie Erica cinerea (Grauheide). Die von Dezember bis April blühende Schneeheide (Erica carnea) lässt schon im Winter den Frühling erahnen. Erica darleyensis (Englische Heide) ähnelt stark der Schneeheide und blüht an sonnigen, frostfreien Standorten sogar bis in den Mai.

Gut bedeckt

Heidepflanzen sollten flächig, das heißt in Gruppen von circa 10 bis 12 Pflanzen pro Quadratmetern, gepflanzt werden, um einen dichten Teppich bilden zu können. Berücksichtigen Sie aber vor der Pflanzung die Wuchskraft der einzelnen Sorten: Die Pflanzen benötigen genug Platz, um sich auszubreiten!

Balkongerecht

Wer keinen Garten hat, holt sich mit Heidepflanzen im Balkonkasten einen farbenfrohen Herbst vors Fenster! Eriken oder Callunen können entweder solo oder aber in Kombination mit anderen Herbstblühern wie Gräsern, Chrysanthemen, Silberblatt oder Veronica das Auge erfreuen.

 

 

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